Es ist begeiflich, dass in der Generation der Künstler ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Art von Müdigkeit und Überdruss entstand gegen den Zwang und die Leere des Klassizismus‘ mit seinen strengen Regeln, die keinen Raum ließen für Phantasie und Freiheit.
Viele Künstler versuchten neue Wege und neue Techniken, aber nur wenige waren der Herausforderung gewachsen. Dies war nicht einfach, denn die Gesellschaft war lange nicht bereit, einer neuen Richtung und dem Durchbruch zuzustimmen.
Ich persönlich möchte Albert Giesa einen „neorealistischen“ Künstler nennen. Er fühlte sich nur seinem „inneren Auge“ verpflichtet, mit dem er die Welt sah so wie sie war. All die neuen revolutionären Entwicklungen, die ganz Europa in Besitz nahmen, konnten ihn nicht mitreißen; – im Gegenteil, sie verstärkten noch seine Suche nach dem für ihn Wesentlichen.
So hat er auch Zeit seines Lebens akademische Dogmen nicht akzeptiert. Er wollte frei sein. Ein freier Künstler. „Plein-air“ – nicht nur in den Landschaften sondern auch bei Allegorien und Portraits…
Er war ein Maler der strengen Würde; pessimistisch gegen eine ungerechte und taube Gesellschaft. Als Künstler blieb ihm nichts anderes als Trost zu finden in der Erhabenheit der Kunst.
In ihr spiegelte sich seine private Sphäre wider, die Subjektivität seiner Liebe und seiner Gefühle.
Nie eine Attraktion für die neue Avantgarde des Jugendstils, auch nicht für die neue Welle des französischen „Post-Impressionismus“ – obwohl in einigen Gemälden doch etwas Einfluss reflektiert – mündet seine Ausdrucksweise in konsolidiertem Gebiet, wo Vergangenheit und Gegenwart sich vereinen.
In den Jahren 1920 – 1933 erreichte er den Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn. Seine jeweilige Seelenverfassung ist fast greifbar wiederzufinden auf Portraits und Selbstbildnissen.
Hier sind wir bei der puren Malerei. Wie eine Botschaft . Natur, Wasser, die Bäume, die Gegenstände erlangen eine Ausdruckskraft die die Wahrheit der Gefühle und die Zuneigung versinnbildlichen.
Jetzt überlasse ich Sie der Begegnung mit seinen Werken.